Cisco Board Pro G3 vs. G2 – was ist wirklich neu?
Schnellüberblick: Die wichtigsten Unterschiede
- Neues NVIDIA AI Chipset für bessere Meeting-Performance
- MDEP-Zertifizierung für Microsoft-Integration
- Unterstützung von mehreren Kamerastreams (AV over IP)
- Neuer Stylus (nicht kompatibel mit G2)
- Reduzierung auf einen HDMI-Ausgang
Kurzfazit:
Das Board Pro G3 ist kein komplettes Redesign, sondern ein technologisches Upgrade für AI und Microsoft-basierte Arbeitsumgebungen.
Mit dem Cisco Board Pro G3 bringt Cisco die nächste Generation seiner All-in-One Collaboration Devices auf den Markt. Auf den ersten Blick stellt sich jedoch schnell eine zentrale Frage: Handelt es sich wirklich um einen großen Technologiesprung oder eher um ein gezieltes Update?
Die ehrliche Antwort liegt irgendwo dazwischen. Das Board Pro G3 ist kein komplett neu gedachtes Produkt, sondern eine konsequente Weiterentwicklung der bestehenden Plattform. Der Fokus liegt dabei klar auf zwei Themen, die aktuell viele Unternehmen beschäftigen: Künstliche Intelligenz im Meetingraum und die tiefere Integration in Microsoft-Umgebungen.
Einordnung: Evolution statt Neuentwicklung
Cisco bleibt beim Board Pro G3 bewusst nah an dem, was sich bereits bewährt hat. Die Geräte sind weiterhin in den Größen 55 und 75 Zoll verfügbar und behalten ihre bekannte Bauform. Gerade für Planer und Unternehmen ist das ein entscheidender Vorteil, denn bestehende Konzepte lassen sich ohne Anpassungen weiterführen.
Damit verfolgt Cisco eine klare Strategie: Statt bestehende Installationen zu disruptieren, setzt man auf Kontinuität. Wer bereits mit der G2 gearbeitet hat, wird sich auf dem G3 sofort zurechtfinden – sowohl optisch als auch in der Bedienung.

Der größte Unterschied steckt im Inneren
Auch wenn sich äußerlich wenig verändert hat, lohnt sich ein Blick unter die Oberfläche. Der eigentliche Fortschritt des G3 liegt im neuen NVIDIA AI Chipset, das deutlich mehr Rechenleistung direkt im Gerät bereitstellt. Dieses ermöglicht es, KI-Funktionen direkt im Raum auszuführen, ohne auf externe Systeme angewiesen zu sein.
Das zeigt sich vor allem im Meeting-Erlebnis. Kamera- und Audioverarbeitung werden intelligenter, Sprecher können besser erkannt und hervorgehoben werden, und das gesamte System reagiert schneller auf das Geschehen im Raum. Cisco verfolgt damit konsequent den Ansatz, AI nicht als abstraktes Feature zu vermarkten, sondern als konkreten Mehrwert im Arbeitsalltag erlebbar zu machen.
- Neues NVIDIA-Chipset
- Fokus klar auf AI-Features im Meetingraum
MDEP: Ein entscheidender Faktor für Microsoft-Umgebungen
Parallel dazu wird ein zweiter technologischer Schritt besonders relevant: die MDEP-Zertifizierung.
Hinter der Microsoft Device Ecosystem Platform steckt ein speziell entwickeltes, abgesichertes Android-System für Unternehmensgeräte. Es sorgt unter anderem für konsistente Updates, eine vereinfachte Verwaltung und deutlich höhere Sicherheitsstandards im Vergleich zu klassischen Android-Ansätzen.
Für Unternehmen, die stark auf Microsoft Teams Rooms setzen, ist das mehr als nur ein technisches Detail. Es bedeutet konkret weniger Komplexität in der IT, eine bessere Integration in bestehende Systeme und vor allem eine höhere Zukunftssicherheit. Genau hier positioniert sich das Board Pro G3 deutlich klarer als sein Vorgänger.
Neue Möglichkeiten im Meetingraum
Neben diesen grundlegenden technologischen Entwicklungen bringt das G3 auch praktische Verbesserungen für den Einsatz im Raum mit sich. Besonders spannend ist die Unterstützung von AV over IP mit mehreren Streams.
Dadurch wird es möglich, mehrere Kameras gleichzeitig einzubinden und unterschiedliche Perspektiven im Meeting abzubilden. So können beispielsweise Präsentierende und Publikum parallel erfasst werden, was vor allem in hybriden oder größeren Settings einen deutlichen Mehrwert schafft. Diese Entwicklung passt gut zu modernen Raumkonzepten, die zunehmend flexibler und dynamischer genutzt werden.
Wichtig ist dabei allerdings: Diese Funktion ist kein klassisches Plug-and-Play-Upgrade. Wer solche Setups nutzen möchte, benötigt eine entsprechend ausgelegte Infrastruktur.
AV over IP (2 Streams)
- Jetzt können zwei Kamerastreams gleichzeitig verarbeitet werden
- Beispiel:
- Kamera 1: Präsentierender im Raum
- Kamera 2: Publikumsperspektive
Wichtig:
- Kein zusätzlicher Hardware-Port
- Zweite Kamera benötigt Switch (AV over IP Setup)
Bewusst unverändert: Stabilität statt Experimente
Interessant ist auch, was sich nicht verändert hat. Kamera- und Mikrofontechnik bleiben auf dem hohen Niveau der G2, ebenso wie die grundlegende Displayqualität. Auch die bekannte RoomOS-Plattform bildet weiterhin die Basis.
Das ist kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung. Cisco reduziert damit die Einstiegshürde für bestehende Nutzer und sorgt dafür, dass Schulungsaufwand und Umgewöhnung minimal bleiben. Gerade im Enterprise-Kontext ist das ein oft unterschätzter Vorteil.
Kleine Änderungen, die im Alltag auffallen
Neben den großen Themen gibt es einige Detailanpassungen, die im täglichen Einsatz relevant werden können. Dazu gehört beispielsweise die Reduktion auf einen HDMI-Ausgang, was in bestimmten Setups berücksichtigt werden muss.
Auch beim Zubehör gibt es eine Änderung: Der Stylus wurde überarbeitet und ist nicht mehr mit der vorherigen Generation kompatibel. Gleichzeitig wurde das Display leicht optimiert, insbesondere im Hinblick auf Kontrast und Oberfläche, auch wenn diese Unterschiede im direkten Vergleich eher subtil ausfallen.
Diese Anpassungen wirken auf den ersten Blick klein, können aber je nach Einsatzszenario durchaus eine Rolle spielen.
Fazit: Ein Upgrade für die Zukunft – nicht für den Wow-Effekt
Das Cisco Board Pro G3 ist kein Gerät, das mit spektakulären neuen Features auf den ersten Blick begeistert. Stattdessen liefert es genau das, was viele Unternehmen aktuell brauchen: eine stabile, weiterentwickelte Plattform mit klarem Fokus auf Zukunftstechnologien.
Der größte Mehrwert liegt weniger in sichtbaren Veränderungen, sondern in der Basis für kommende Entwicklungen – insbesondere im Zusammenspiel von AI und Microsoft-Integration.
Für Unternehmen, die neue Räume planen oder ihre Infrastruktur gezielt modernisieren möchten, ist das G3 daher eine naheliegende Wahl. Wer hingegen bereits gut funktionierende G2-Umgebungen betreibt und aktuell keinen Druck zur Veränderung hat, kann diese Systeme in der Regel problemlos weiter nutzen.
FAQ zum Cisco Board Pro G3
Der größte Unterschied liegt im Innenleben. Das Board Pro G3 nutzt ein neues NVIDIA AI Chipset, das mehr Rechenleistung für KI-Funktionen direkt im Gerät bereitstellt und damit moderne Meeting-Erlebnisse verbessert.
Zusätzlich bringt das G3 die MDEP-Zertifizierung mit, wodurch es deutlich besser in Microsoft-basierte IT-Umgebungen integriert werden kann.
Optisch und funktional bleibt vieles gleich, sodass bestehende Raumkonzepte problemlos weiter genutzt werden können.
MDEP steht für „Microsoft Device Ecosystem Platform“ und ist ein speziell abgesichertes Android-System für professionelle Teams-Geräte.
Es sorgt für:
- höhere Sicherheit
- zentrale Verwaltung
- einheitliche Updates
Dadurch werden Geräte wie das Board Pro G3 einfacher in Unternehmensnetzwerke integrierbar und langfristig stabiler betreibbar.
Ja, das Board Pro G3 unterstützt mehrere Kamerastreams über AV over IP. Dadurch können beispielsweise unterschiedliche Perspektiven im Raum gleichzeitig genutzt werden.
Wichtig ist jedoch: Dafür wird zusätzliche Infrastruktur benötigt, da kein zusätzlicher direkter Hardwareanschluss am Gerät vorhanden ist.
Ein Upgrade lohnt sich vor allem dann, wenn:
- Microsoft Teams Rooms zentraler Bestandteil der IT-Strategie sind
- zukünftige AI-Funktionen genutzt werden sollen
- neue Räume geplant werden
Bestehende G2-Systeme können weiterhin sinnvoll betrieben werden, wenn keine neuen Anforderungen bestehen.
Nein.
Das Board Pro G3 ist eher eine Weiterentwicklung der bestehenden Plattform. Cisco setzt bewusst auf Kontinuität in Design und Bedienung, während die technischen Verbesserungen vor allem im Hintergrund stattfinden.
